Der Betriebshof Heiterblick bzw. das Technische Zentrum Heiterblick liegt im Ortsteil Heiterblick, nordöstlich der Stadt, an der Tesla-straße und wurde im Jahr 1927 eröffnet. Die Große Leipziger Straßenbahn (GLSt) übernahm am 17. April 1926 das ehemalige Gelände der "J. Mehrlich Aktiengesellschaft in Berlin, Zweigniederlassung Leipzig-Heiterblick, vormals Automobil und Aviatik AG". Von 1915 bis 1926 wurden hier überwiegend Flugzeuge konzipiert und gebaut, zuletzt auch Eisenbahnpersonenwagen und Güterwagen repariert. Bevor aber hier die neue Hauptwerkstatt in Betrieb genommen werden konnte, waren umfangreiche Umbauarbeiten erforderlich. Bereits vorhanden war eine insgesamt 250 Meter lange Halle, die sich aus drei Bauwerken zusammensetzt: Die "Halle A" ist 170 Meter lang und 30 Meter breit, die "Halle B" ebenso 30 Meter breit, aber 10 Meter hoch und freitragend, sowie die "Halle C" mit 50 Metern Länge und 30 Metern Breite. Aus den beiden zweischiffigen Hallen wurden dreischiffige Hallen und eine Schiebebühne wurde eingebaut. Dazu folgten Arbeitsgruben und Arbeitsstände. Die "Halle A" erhielt auf beiden Hallenseiten eine Brückenkrananlage und zwei Einfahrtsgleise. In die "Halle B" wurde eine Zwischendecke für Nebenwerkstätten eingezogen, die über einen Aufzug erreichbar war. Und die "Halle C" bekam ebenso eine Schiebebühne, beidseitige Brückenkrananlagen und Arbeitsgruben. Hier war auch die Lackiererei. In einem Anbau mit 22 Metern Länge zogen die Spritzkabine und ein Trockenraum mit zwei Gleisen ein, die an die Werkstattgleise auf dem Gelände ange-bunden waren. Hier führte ein Gleis auch zur Wagenhalle mit vier Gleisen, die in Holzbauweise errichtet wurde. Weitere Umbauarbeiten und Gleisanbindungen erfolgten. Am 01. Juni 1926 wurden die "Werktätten I" in der Lützner Straße und "Werkstätten II" in der Wittenberger Straße zur neuen Hauptwerkstatt Heiterblick umgezogen. Zwar gehörte der Stadtteil Heiterblick bereits zu Leipzig, war jedoch das nächste Wohngebiet weit entfernt. Die GLSt setzte Personenwagen ein, die zwischen Heiterblick und verschiedenen Stadtteilen pendelte - bis 1993 (?). Ende 1927 war die neue Hauptwerkstatt dann komplett fertig und bezogen. Durch den Kaufvertrag wurden auch eine Rangierlok und Güterwagen übernommen, die 1942 elektrifiziert wurde und unter anderem auch neue Straßenbahn-wagen beförderte. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Anlagen teilweise zerstört und bis 1950 wiederaufgebaut. 1965 erhielt die "Halle A" drei Zufahrten nebeneinander, die zu den Arbeitsständen führten. In den folgenden Jahren erfolgten weitere Anpassungen der verschiedenen Straßenbahntypen, so beispielsweise für die Tatrawagen, wo 14 Arbeitsgruben verlängert und Hebestände montiert wurden. Als im Jahr 1994 die ersten NGT8 nach Leipzig kamen, musste auch hier die Arbeitsbereiche wieder angepasst werden. So konnten die neuen Straßenbahnen nun auf zwei Gleisen bis ans Ende der Hallen fahren, dadurch wurde die Strecke der Schiebebühne reduziert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Heiterblick 44 Arbeitsstände. 1972 erfolgte eine moderne Werkstatt für Lehrlinge. 1988 wurde die Ein- und Ausfahrt der Teslastraße zur Torgauer Straße mit zwei Gleisen ausgebaut. Die Anschlussbahn wurde am 31. Dezember 1993 stillgelegt und der Abzweig Ende 1995 demontiert. Bereits in den 1990er Jahren entstanden Pläne, die Hauptwerkstatt zu einem modernen Betriebshof umzubauen, insbesondere auch zur Wartung der kommenden Niederflurbahnen. Im Jahr 2003 schrieben die Leipziger Verkehrsbetriebe einen Architekturwettbewerb aus, den ein Leipziger Büro gewann. Künftig sollen die "Halle A" und "Halle B" eine Infrastrukturwerkstatt sein, gegenüber entstehen drei Baukörper, die sich in Betriebswerkstatt, Hauptwerkstatt und Abstellanlage unterteilen. Das heißt, die Hauptwerkstatt erhält nun auch einen Straßenbahnhof. Auch Omnibusse werden abgestellt. Auf Grund von Finanzierungsschwierigkeiten wurde der Ausbau immer wieder verschoben und konnte zuletzt nur teilweise umgesetzt werden. In den Jahren 2011 bis 2014 erfolgte die erste Baustufe. Dazu gehören der Neubau der Teslabrücke und die Anbindung über die Teslastraße, die neue Hauptwerkstatt und die Hälfte der Abstellhalle, die zunächst ohne Halle errichtet wurde. Damit konnten rechtzeitig die ersten NGT12 ihre Hauptuntersuchung durchlaufen, da sie in der alten Hauptwerkstatt keinen Platz fanden. Die Betriebswerk und die zweite Hälfte der Abstellhalle sollen ab 2022 erfolgen, da sich die LVB aktuell auf die Neubeschaffung von Straßenbahnen konzentrieren. Seit Sommer 2016 wird die Freiabstellanlage nun auch für Straßenbahnen genutzt. Notwendige Reparaturen müssen im nah liegenden Betriebshof Paunsdorf durchgeführt werden. Spätestens 2030 könnte das "Technische Zentrum Heiterblick" komplett in Betrieb gehen.

Beheimatet sind folgende Linien: TRAM 3 - und folgende Fahrzeugtypen: T4D-M, NB4 und NGT10.

Die Bilder sind aus dem Jahr 2007. Update im Frühling 2018.
 

                               

 
Der Straßenbahnhof Heiterblick gehört zum Trias der künftigen LVB-Straßenbahnhöfe. Dazu gehören auch die Betriebshöfe Dölitz und Angerbrücke. Es sind die drei modernsten Betriebshöfe der Leipziger Verkehrsbetriebe.

Der Betriebshof ist zu erreichen: TRAM-Linie 3 bis Haltestelle Heiterblick, Teslastraße. 

 
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